Trink- oder Brunnenkuren mit Heilwasser: Die Kraft aus der Tiefe

Ausgedehnte Kuraufenthalte an besonderen Orten - wie im berühmten "westböhmischen Bäderdreieck" zwischen Karlsbad, Marienbad und Franzensbad - gelten seit vielen Jahrhunderten als bewährtes Mittel, um den Genesungsprozess zu unterstützen oder eine angeschlagene Gesundheit wieder auf Vordermann zu bringen.

An vielen Kurorten steht die Anwendung von mineralhaltigem Heilwasser im Vordergrund, das zu den ältesten natürlichen Heilmitteln gezählt und dessen wohltuende Wirkung auch von der modernen Wissenschaft bestätigt wird. Bei der Verabreichung unterscheidet man zwischen der Balneotherapie (Heilbehandlung durch Bäder) und der Krenotherapie (Trinkkur). Kombinationsmöglichkeiten von Bade- und Trinkkur werden in der Praxis gerne genutzt.


Von medizinischen Fachleuten wird generell empfohlen, täglich bis zu zwei Liter Wasser zu trinken, um den Blutkreislauf zu unterstützen und den Transport von Nährstoffen zu erleichtern. Wenn Sie auf ausreichende Wasserzufuhr achten, können Sie außerdem Ihre Leistungsfähigkeit verbessern, Ihren Stoffwechsel fördern und zur Entgiftung des Körpers beitragen (Detox).

Wasser darf also mit Fug und Recht als Lebenselixier für den menschlichen Organismus bezeichnet werden und ist elementarer Bestandteil einer gesunden Ernährung. Für natürliche Heilwässer gilt dies gleich im doppelten Sinn: Sie enthalten erhebliche Mengen an vitalisierenden Inhaltsstoffen, die sie beim Durchströmen von Gesteinsschichten in gelöster Form aufnehmen. Diese können wiederum vom Körper im Rahmen von Kurmaßnahmen (Bad, Trinkkur usw.) optimal aufgenommen werden und zur Linderung verschiedener Krankheiten beitragen.

Welche Arten von Heilwässern gibt es?

Bei einer Trinkkur können verschiedene Arten von Heilwässern zur Anwendung kommen, die sich durch ihre regionalspezifische Mineralisierung unterscheiden. Allein in Deutschland gibt es mehr als dreißig rechtlich geschützte Heilwassermarken, die dem Naturheilgesetz unterliegen und behördlich anerkannt werden.

Die Zusammensetzung der Mineral- und Inhaltsstoffe - die bis auf kleinere Veränderungen dem natürlichen Zustand entsprechen muss - entscheidet darüber, welche Heilwässer sich für welche therapeutischen Zwecke bei einer Kur eignen.

Ihre positive Wirkung auf die Gesundheit (Heilung, Linderung oder Vorbeugung) muss wissenschaftlich nachgewiesen werden. Heilwässer können sowohl im Fachhandel für die private Anwendung erstanden oder während eines Gesundheitsaufenthalts in Form einer Trinkkur verabreicht werden.

Hydrogencarbonat
Sulfatheilwässer
Mineralisierte Heilwässer
Schwefel
Radon
Peloide
Hydrogencarbonat

Von hydrogencarbonatreichen Heilwässern spricht man ab einem Gehalt von über 1300 Milligramm/Liter. Bei Hydrogencarbonat handelt es sich um ein Stoffwechselprodukt, das den Säure-Basen-Haushalt im Körper steuert. Ein Mangel an Hydrogencarbonat kann auf lange Sicht verschiedene Krankheiten nach sich ziehen, was den Einsatz im Rahmen einer Trinkkur vorbeugend sinnvoll macht.

Sulfatheilwässer

Bei Sulfatheilwässern muss ein Gehalt von mehr als 1200 Milligramm/Liter nachgewiesen werden. Bei Sulfat handelt es sich um eine natürliche Schwefelverbindung, die hauptsächlich im Bereich der Verdauung therapeutisches Potenzial besitzt, da sie die Darmtätigkeit sowie die Produktion von Verdauungssäften anregt. Kombinationsmöglichkeiten im Rahmen einer Trinkkur bestehen mit calciumhaltigen Heilwässern.

Mineralisierte Heilwässer

Vorkommen, die vor Verschmutzungen geschützt sind und deren Bestandteile grundsätzlich nicht verändert werden dürfen. Ihre Eignung für gesundheitsbezogene Anwendungen (unter anderem eine Trinkkur) muss wissenschaftlich nachgewiesen und durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) per Zulassung bestätigt werden.

Schwefelwasser

Die Behandlung mit Schwefelwasser im Rahmen einer Kur zählt zu den ältesten Formen der Balneotherapie. Schwefelwasser zu trinken, stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte und kann der Entstehung vieler weitverbreiteter "Volkskrankheiten" vorbeugen. Schwefel zählt zu den drei stoffwechselrelevanten Eiweißbausteinen und ist für den menschlichen Organismus von enormer Bedeutung.

Radon-Mineralheilwasser

Bei Radon handelt es sich um ein Edelgas, das in Deutschland beispielsweise in Bad Brambach vorkommt, wo sich eine der ergiebigsten Radonquellen der Welt findet. Es kann über die Haut, die Lunge oder durch eine Trinkkur aufgenommen werden und stärkt die Gesundheit in vielerlei Hinsicht.

Peloide

Unter dem Begriff Peloide werden Anwendungen auf Basis von Heilmoor, -schlamm, -erde sowie Torf und Fango bezeichnet. Seine gesundheitsfördernde Wirkung wird thermisch (also durch Wärme) vermittelt und trägt beispielsweise zur Entzündungshemmung, Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung bei. Außerdem wird der Körper dazu animiert, bestimmte Stoffwechselprodukte auszuscheiden (Detox, Entgiftung).

Trinkkur: Welches Heilwasser eignet sich für welche Beschwerden?

In Deutschland gelten Heilwässer als Arzneimittel, die einen bestimmten Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen aufweisen müssen und deren Wirkung eines eindeutigen wissenschaftlichen Nachweises bedarf. Die konkrete medizinische Indikation hängt vom therapeutischen Zweck ab: Je nachdem, welche Beschwerden Sie kurieren möchten, sollten Sie im Rahmen einer Trinkkur auf verschiedene Arten von Heilwässern setzen. Den Ausschlag gibt dabei die jeweilige Zusammensetzung der Mineralstoffe, die wiederum stark durch die Herkunftsregion des Wassers und den dortigen geologischen Gegebenheiten geprägt wird.

Allen Varianten ist gemeinsam, dass regelmäßiges und ausgiebiges Trinken den Transport von Nährstoff in die Zellen, das Ausscheiden von Abfallstoffen und die Wärmeregulation im Körper befördert sowie zu einer Verbesserung des Hautbildes beitragen kann. Hinzu kommt die vorbeugende, lindernde oder heilende Wirkung im Hinblick auf die Behandlung einzelner Beschwerden und Krankheitsbilder. Welche Mengen an Heilwässern über welchen Zeitraum getrunken werden, sollten Sie immer in Abstimmung mit Ihrem behandelnden Arzt festlegen.

Magnesiumreiches Wasser
Magnesiumreiches Wasser

Mit Magnesium angereicherte Heilwässer (> 100 Milligramm/Liter) können einen entsprechenden Mangel ausgleichen und dessen Folgen kurieren. Darüber hinaus fördern sie den Diäterfolg.

Sulfatreiches Wasser
Sulfatreiches Wasser

Heilwässer mit Sulfat werden vor allem zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt (Reizdarm, Darmträgheit, Verstopfung usw.). Auch bei Übergewicht kann eine Therapie mit Sulfatwässern sinnvoll sein.

Kohlensäurereiches Wasser
Kohlensäurereiches Wasser

Von kohlensäurereichem Wasser lässt sich ab einem Gehalt von mehr als 1000 Milligramm pro Liter sprechen. Besonders in Kombination mit Sulfatwässern verbessert es die Verdauung.

Kalziumreiches Wasser
Kalziumreiches Wasser

Heilwässer, die mehr als 250 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten, können zum Ausgleich eines entsprechenden Mangels beziehungsweise bei Osteoporose angewandt werden.

Fluoridreiches Wasser
Fluoridreiches Wasser

Fluoridreiches Wasser muss einen Gehalt von mehr als 1 Milligramm pro Liter aufweisen und trägt unter anderem zur Vorbeugung von Karies bei.

Natriumreiches Wasser
Natriumreiches Wasser

Eine Trinkkur mit Heilwässern, die mehr als 300 Milligramm Natrium pro Liter enthalten, wird zum Beispiel zur Behandlung von Durchfall oder übermäßigem Schwitzen empfohlen.

    Diese Leiden lassen sich durch eine Trinkkur lindern

    Die Verabreichung von Heilwasser fördert die Gesundheit auch bei einem weitgehend intakten Ausgangszustand, da sie dazu beiträgt, dass Mineralstoffmängel und die daraus resultierenden Beschwerden gar nicht erst entstehen. Weiterhin trägt sie zu einer gesunden Ernährung bei und begünstigt Diäten sowie entgiftende Detox-Prozesse. Besonders interessant ist eine Trinkkur aber für Patienten, die sich eine Linderung von bereits vorhandenen Krankheiten erhoffen und dafür auf die Kraft natürlicher Heilquellen setzen wollen.

    Die Bandbreite an Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen einer Kur mit Heilwässern ist groß und umfasst Erkrankungen im Bereich des Verdauungssystems, des Bewegungsapparats, des Stoffwechsels, des Kreislaufes, der Nieren und der Harnwege. Verbesserungen können je nach Schweregrad durch eine häusliche oder ambulante Behandlung, aber auch während eines Aufenthaltes an einem ausgewiesenen Kurort erzielt werden. Eine Trinkkur kann mit anderen Arten von Kuranwendungen kombiniert werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Häufig sind Trinkkuren Bestandteil eines gesamtheitlichen Therapiekonzepts.

    Leberkrankheiten
    Leberkrankheiten

    Chronische Erkrankungen sowie toxisch bedingte Schädigungen der Leber zählen zu den gesundheitlichen Problemen im Verdauungsbereich, die eine Trinkkur lindern kann.

    Erkrankungen der Gallenblase
    Erkrankungen der Gallenblase

    Auch bei chronischen Krankheiten der Gallenblase kann eine Trinkkur Sinn machen. Sulfatheilwässer eignen sich zur Behandlung funktioneller Erkrankungen in diesem Bereich.

    Magenkrankheiten
    Magenkrankheiten

    Eine Trinkkur kann die Umstellung auf eine gesündere Ernährung begünstigen, aber auch vorhandene Beschwerden lindern. Heilwasser mit Hydrogencarbonat kann etwa einen Überschuss an Magensäure neutralisieren.

    Bauchspeicheldrüsenkrankheiten
    Bauchspeicheldrüsenkrankheiten

    Heilwässer mit Sulfat fördern die Produktion von Verdauungssäften in der Bauchspeicheldrüse. Eine Trinkkur kommt außerdem infolge einer Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie nach einer Bauchspeicheldrüsentransplantation in Betracht.

    Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
    Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

    Zu den im Bereich des Verdauungssystems angesiedelten Krankheiten, die sich im Rahmen einer Trinkkur behandeln lassen, zählen auch Geschwüre im Magen und im Zwölffingerdarm.

    Darmverstopfung
    Darmverstopfung

    Eine über mehrere Wochen andauernde Kur mit sulfathaltigem Wasser kann einer Verstopfung sowohl vorbeugen als auch dadurch verursachte chronische Beschwerden lindern.

    Entzündung des Dickdarmes
    Entzündung des Dickdarmes

    Auch eine Entzündung des Dickdarms kann eine Indikation für eine Trinkkur darstellen. Zu diesem Zweck empfiehlt sich unter anderem die Anwendung von Heilwässern mit Natriumsulfat (Glaubersalz).

    Zuckerkrankheit
    Zuckerkrankheit

    Heilwässer, die große Mengen an Magnesium und Hydrogencarbonat enthalten, gelten als vielversprechend im Hinblick auf Diabetes Mellitus, gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Ernährung.

    Fettleibigkeit
    Fettleibigkeit

    Adipositas zählt zu den Stoffwechselstörungen, die sich im Zuge einer Trinkkur behandeln lassen. Dies gilt insbesondere für Sulfatwässer, die eine gute Ergänzung für Therapien gegen Fettleibigkeit darstellen.

    Gicht
    Gicht

    Bei Störungen des Harnstoffzyklus beziehungsweise Gicht empfiehlt sich eine Trinkkur mit Hydrogencarbonat-Heilwässern. Weiterhin können bei Gicht auch Schwefelwässer zur Anwendung kommen (inklusive als Bäder).

    Harnröhrekrankheiten
    Harnröhrekrankheiten

    Zur Behandlung von Harnwegsproblemen (etwa Infekten) wird generell empfohlen, viel Wasser zu trinken. Durch Heilwässer kann zusätzlich der pH-Wert im Urin verbessert werden.

    Zahnfleischerkrankungen
    Zahnfleischerkrankungen

    Zur Verbesserung der Zahn- und Mundgesundheit weisen fluoridhaltige Heilwässer ein hohes Potential auf. Fluorid trägt dazu bei, Zahnfleischbluten vorzubeugen beziehungsweise zu reduzieren.

      Gegenanzeigen bei einer Trinkkur

      Bevor Sie eine Trinkkur mit natürlichem Heilwasser absolvieren, sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt klären, ob bestimmte Kontraindikationen vorliegen, die gegen eine solche Behandlung sprechen oder diese aus medizinischer Sicht sogar verbieten. Diese Gegenanzeigen können allgemeiner Natur sein und sich auf die Kur als solche beziehen oder aber auch mit einem bestimmten Heilwasser und dessen Zusammensetzung zu tun haben. In jedem Fall sollten Sie einen Kuraufenthalt erst dann buchen, wenn Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt alle in Frage kommenden Kontraindikationen sicher ausschließen können.

      Informationen über gängige Kontraindikationen finden Sie auch in den Informationsmaterialien vieler Kuranbieter selbst, wo diese kompakt zugefasst und erläutert werden. Diese Unterlagen eignen sich allerdings nur als Einstiegslektüre und ersetzen keine umfassende medizinische Aufklärung. Zu den gängigen Kontraindikationen einer Trinkkur zählen unter anderem akut fiebernde Zustände, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akute bösartige Erkrankungen, akutes Nierenversagen, chronische Durchfälle, Schilddrüsenüberfunktion und Schwangerschaft (weitere Erläuterungen in Kurzform siehe unten).

      akut fiebernde Zustände
      akut fiebernde Zustände

      Bei akuten Krankheiten werden Kurbehandlungen allgemein nicht empfohlen. Dies gilt auch für akutes Fiebern, das somit als Kontraindikation anzusehen ist.

      schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
      schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems

      Bei schweren Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sollten Sie auf eine Trinkkur verzichten. Auch starker Bluthochdruck kann als Kontraindikation relevant sein.

      akute bösartige Erkrankungen
      akute bösartige Erkrankungen

      Ist die Gesundheit durch akute bösartige Krankheiten (etwa Tumore) beeinträchtigt, wird der Antritt einer Trinkkur in der Regel nicht empfohlen.

      akutes Nierenversagen
      akutes Nierenversagen

      Auch akutes Nierenversagen - einer Form der Niereninsuffizienz - gilt als Kontraindikation, bei der keine Trinkkur angetreten werden sollte.

      chronische Durchfälle
      chronische Durchfälle

      Durchfall zählt zu den akuten Krankheiten und Zuständen, die als Kontraindikation zu werten sind und gegen den Antritt einer Trinkkur sprechen.

      Schilddrüsenüberfunktion
      Schilddrüsenüberfunktion

      Schilddrüsenüberfunktionen - insbesondere, wenn diese aktuell unbehandelt sind - sprechen in bestimmten Fällen gegen eine Trinkkur (etwa mit Schwefelwasser).

      Schwangerschaft
      Schwangerschaft

      Schwangerschaft kann gegen die Behandlung mit bestimmten Heilwässern (unter anderem Schwefelwasser) sprechen. Besprechen Sie sich diesbezüglich mit Ihrem Arzt.

        In welchen Ländern kann man eine Trinkkur durchführen?

        Trinkkurtherapien sind in weiten Teilen Europas verbreitet, was viele interessante Optionen für Ihren Kuraufenthalt eröffnet. Wenn Sie möchten, können Sie eine Trinkkur fast direkt vor Ihrer Haustüre durchführen, wenn Sie sich für einen der 28 Heilbrunnen in Deutschland entscheiden. Als eines der wasserreichsten Länder verfügt Deutschland über zahlreiche Quellen, die je nach Region von unterschiedlichen Mineralien geprägt sind. Besonders viele Heilquellen finden sich im Süden und mittleren Westen des Landes.

        Wenn Sie Ihre Kur lieber im Ausland verbringen, so finden Sie insbesondere in Tschechien, Polen, Ungarn, der Slowakei und Rumänien zahlreiche berühmte Kurorte vor. Viele davon zählen sogar zu den ältesten in Mitteleuropa. Mit seiner Tradition der gepflegten "Sommerfrische" bietet sich auch Österreich als Destination für Ihren Kuraufenthalt an. Weiter südlich lockt Italien mit seinen unzähligen Thermalquellen, die sich über die gesamte Länge des "Stiefels" bis hinab nach Sizilien verteilen. Als Geheimtipp im Baltikum darf Litauen gelten, wo lokale Heilquellen ebenfalls häufig zu Detox- und Behandlungszwecken im Wege einer Trinkkur genutzt werden.

        Deutschland
        Deutschland

        In Deutschland gibt es aktuell 28 Heilbrunnen, die Ihnen eine Trinkkur zum Zwecke der Entgiftung oder Förderung der allgemeinen Gesundheit ermöglichen.

        Tschechien
        Tschechien

        Seit vielen Jahrhunderten ist Tschechien für seinen Kurbetrieb bekannt. Der Ort Teplice zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Bädern Europas. Auch Trinkkuren werden dort angeboten.

        Polen
        Polen

        Einer Trinkkur in Polen können Sie sich zum Beispiel im Kurort Cieplice unterziehen. Die dortigen Thermalwässer gelten als besonders vielseitig anwendbar.

        Ungarn
        Ungarn

        Viele ungarische Heilwässer gelten aufgrund ihrer Zusammensetzung als prädestiniert für eine Trinkkur, etwa die Thermalwässer aus Bad Héviz und Cegléd.

        Litauen
        Litauen

        Auch in Litauen zählen Trinkkuren zum Standardrepertoire vieler Kurorte - zum Beispiel im landschaftlich reizvollen Druskininkai inmitten einer besänftigenden Hügel- und Waldlandschaft.

        Slowakei
        Slowakei

        Auch mit einer Trinkkur in der Slowakei tun Sie Ihrer Gesundheit etwas Gutes. Wie wäre es mit einem Abstecher auf die Kurinsel Piet'any im Waagtal?

        Italien
        Italien

        Als eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen bietet sich Italien als attraktive Destination für eine Trinkkur an - die dortige Thermenkultur reicht bis in die Antike zurück.

        Österreich
        Österreich

        Als Hort der Sommerfrische verfügt Österreich über zahlreiche Kurorte, von denen sich einige auf Trinkkuren spezialisiert haben. Hierzu zählen unter anderem die steierischen Gemeinden Bad Aussee und Bad Radkersburg.

        Rumänien
        Rumänien

        Für einen Kuraufenthalt in Rumänien bietet sich etwa Baile Olanesti in der Region Walachei an, wo schon seit ca. 1830 kombinierte Bäder- und Trinkkuren durchgeführt werden.

        Frankreich
        Frankreich

        Als Kurgast leben wir "Gott in Frankreich" - das geht unter anderem im Heilbad Vichy, wo auch Trinkkuren angeboten werden (siehe unten).

          Die bedeutendsten Heilwasser-Kurorte der Welt

          Zu den ersten Ortsnamen, die im Zusammenhang mit Kuraufenthalten regelmäßig fallen, zählen sicherlich die drei Hauptstädte des westböhmischen Bäderdreiecks: Karlsbad (Karlovy Vary), Marienbad (Mariánské Lázne) und Franzensbad (Frantikovy Lázne). Der Weltruhm dieser Region lässt sich nicht zuletzt dadurch erklären, dass Tschechien insgesamt über die höchste Anzahl an Heilquellen aller Länder verfügt - 60 davon entspringen alleine in Karlsbad!

          Als weitere Anziehungspunkte kommen die prächtige Architektur, die ausgedehnten Promenaden und Gärten sowie die reizvolle Umgebungslandschaft hinzu. Doch auch das mondäne Vichy (Frankreich), das sonnige Dudince (Slowakei) und das gediegene Druskininkai (Litauen) bieten ideale Bedingungen für eine Trinkkur. Mit Bad Ems in Rheinland-Pfalz ist darüber hinaus auch ein deutscher Ort in der Liste der bekanntesten Kurorte vertreten.

          Karlsbad
          Karlsbad

          Seit dem 16. Jahrhundert werden die Karlsbader Thermalquellen für Trinkkuren eingesetzt, die heute zum festen Bestandteil des örtlichen Kurbetriebs zählen.

          Marienbad
          Marienbad

          Für die Trinkkur in Marienbad gibt es zahlreiche traditionelle Faustregeln (zum Beispiel: "zehn Schritte, ein Schluck"), die auch heute noch präsent sind.

          Vichy
          Vichy

          Die Célestins-Quellen in Vichy werden für Trinkkuren gerne genutzt, beispielsweise bei Stoffwechselstörungen oder Magenproblemen.

          Bad Ems
          Bad Ems

          Trinkkuren werden in Bad Ems seit dem 16. Jahrhundert praktiziert. Die örtlichen Heilwasser gelten innerhalb Deutschlands als einzigartig.

          Franzensbad
          Franzensbad

          In Franzensbad gibt es 24 anerkannte Heilquellen, die teilweise für Trinkkuren, teilweise aber auch ausschließlich für Bäder verwendet werden.

          Dudince
          Dudince

          Die Heilwässer von Dudince enthalten eine seltene Kombination aus Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff und werden unter anderem gegen Sodbrennen eingesetzt.

          Druskininkai
          Druskininkai

          Eine Trinkkur wird im litauischen Druskininkai traditionell vor allem bei Magen-Darm-Krankheiten empfohlen.

             Trinkkuren in Kombination mit anderen Kuranwendungen

            Bis ins 20. Jahrhundert hinein zählten Trinkkuren mit Heilwasser in Deutschland zu den am häufigsten verordneten Kurformen und wurden für eine Vielzahl an Krankheiten und Beschwerden angewandt. Wenngleich die Trinkkur heute nicht mehr die gleiche übergeordnete Bedeutung besitzt, hat sie sich als Bestandteil von gesamtheitlichen Kur- und Behandlungskonzepten dennoch erhalten. Sie gilt heute als Bestandteil der Balneotherapie, also der therapeutischen Anwendung von Heilwässern im Allgemeinen.

            In diesem Sinne werden Trinkkuren häufig mit anderen Aspekten der Balneotherapie kombiniert, um ein optimales Ergebnis für Ihre Gesundheit zu erzielen. Zu den klassischen Anwendungen, die hierbei zum Einsatz kommen, zählen verschiedene Arten von Bädern (Mineral-, Sole-, Schwefel-, Moor-, Öl-, Teil-, Wechsel- und Bewegungsbäder usw.), aber auch Inhalationen. Im letzteren Fall wird das heilende Wasser nicht getrunken, sondern es verdampft und wird über die Atemwege aufgenommen. Auch die verschiedenen Temperaturstufen spielen bei der Balneotherapie eine wesentliche Rolle.

            Balneotherapie
            Balneotherapie

            Neben Trinkkuren arbeitet die Balneotherapie bevorzugt mit medizinischen Bädern (insbesondere bei rheumatischen Beschwerden) und Inhalationen.

            Inhalationen
            Inhalationen

            Bei der Inhalationstherapie werden Aerosole oder Heilgase eingeatmet, die vor allem bei Atemwegserkrankungen Linderung versprechen.

            Schlammbad
            Schlammbad

            Schlamm- beziehungsweise Moorbäder stellen ein beliebtes Naturheilmittel bei Rheuma sowie Haut- und Darmproblemen dar und werden an vielen Kurorten angeboten.

             Werden Trinkkuren von der Krankenkasse übernommen?

            Wie alle anderen Arten von Kuren werden auch Trinkkuren von der Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen finanziert. Als wesentlicher Zweck der Kur muss entweder die Rehabilitation oder die Vorsorge im Vordergrund stehen.

            In vielen Fällen werden Kuren nach schweren Erkrankungen oder längeren Aufenthalten im Krankenhaus genehmigt, um den Genesungsprozess zu unterstützen und die Rückkehr des Patienten zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung zu begünstigen. Was die Kostenübernahme durch Krankenkassen anbelangt, so ist hierfür eine ärztliche Bescheinigung über die Zweckmäßigkeit der Kur vonnöten. Genehmigungen werden bevorzugt - jedoch nicht ausschließlich - für ambulante Behandlungen in Wohnortnähe erteilt.

            Bei Vorsorgekuren steht nicht die Genesung, sondern die Erhaltung des aktuellen Gesundheitszustandes im Vordergrund. Konkret geht es dabei um die Eindämmung von absehbaren Krankheitsrisiken durch passende Kurmaßnahmen. Auch in diesem Fall werden Kosten für Unterkunft und Verpflegung abseits des Wohnortes nur ausnahmsweise übernommen. Bevor Sie eine Trinkkur bei der Krankenkasse beantragen, sollten Sie sich mit Ihrem Arzt besprechen und klären, ob dafür aus medizinischer Sicht ein glaubhafter Bedarf besteht.